Gerade im Frühling erhalten wir immer wieder Anrufe von besorgten Tierfreunden, die scheinbar hilflose Jungvögel gefunden haben und befürchten, dass die Tiere aus dem Nest gefallen sind.

Singvögel, Spechte und Mauersegler schlüpfen nackt und bleiben erst einmal längere Zeit im Nest, wo sie von den Elterntieren gefüttert werden. Deshalb nennt man sie auch „Nesthocker“. Die Jungen verlassen das Nest manchmal schon, bevor sie richtig fliegen können, und verteilen sich über das ganze Gelände. So können nur einzelne Tiere und nicht die gesamte Brut auf einmal, von Feinden entdeckt werden. Sie werden jedoch weiterhin von den Eltern gefüttert.

Am Besten lassen Sie Jungvögel dort, wo sie sind! In den seltensten Fällen sind sie wirklich verlassen.  Wenn sie von den Elterntieren gefüttert und betreut werden, haben sie die besten Überlebenschancen. In menschlicher Obhut sinken die Überlebenschancen.

Man sollte nur einschreiten, wenn ein Jungvogel an einem ungeschützten Ort sitzt. In diesem Fall kann man das Tier in die nächste Hecke setzen.

Jungvögel, die tatsächlich noch ins Nest gehören, sollten gegebenenfalls von Fachleuten versorgt werden. Die Aufzucht erfordert nämlich sehr viel Zeit, Geduld und Sachkunde! Zudem ist für die Pflege und Haltung von Wildvögeln eine Genehmigung erforderlich, die Sie beim Kanton (Jagdverwaltung oder Veterinäramt) beantragen müssen. Am besten bringen Sie den Vogel für die weitere Betreuung umgehend einer offiziellen Vogel-Pflegestation oder der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Die Adressen sind beim Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz oder bei der Vogelwarte erhältlich.